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Ehem. Kino Lichtburg | 248

Kinos 3. Mai 2026

Dort, wo heute das Vitus-Center das Stadtbild am Mönchengladbacher Bahnhof prägt, befand sich einst ein Ort voller Kinomagie und Hoteltradition. Die Geschichte dieses Grundstücks ist eine Chronik von Aufstieg, Modernisierung und dramatischen Rückschlägen.

Von der Zigarre zum Kinopalast

Anfang des 20. Jahrhunderts präsentierte sich das Areal noch beschaulich mit einem Wohn- und Geschäftshaus, in dessen Erdgeschoss man Zigarren kaufen konnte. Doch der Zweite Weltkrieg setzte dieser Idylle ein jähes Ende; das Gebäude wurde bei einem Bombenangriff vollständig zerstört.

In der Nachkriegszeit begann unter dem Eigentümer Emil Kleine-Brockhoff der Wiederaufbau, der den Standort grundlegend verändern sollte. Es entstand ein vielseitiger Komplex aus Hotel, Einzelhandel (darunter eine Woolworth-Filiale) und Gastronomie. Besonders das Tanzlokal „Töff-Töff“ wurde zu einem festen Begriff im Gladbacher Nachtleben.

Die Ära der Lichtspielhäuser

Ein besonderes Highlight war die Lichtburg, die Weihnachten 1953 ihre Pforten öffnete. Mit rund 830 Plätzen war sie ein echtes Prachtstück der Kinoarchitektur:

  • Design: Moderne, klare Linien an der Außenfassade.
  • Interieur: Ein in Türkis gehaltene Saal, eine kunstvolle Stuckdecke mit indirekter Beleuchtung und ein silbergrauer Prachtvorhang.
  • Technik: Eine moderne Cinemascope-Leinwand sorgte für erstklassigen Filmgenuss.

Nur sechs Jahre später, 1959, wurde das Angebot durch das Bambi erweitert. Dieses kleinere Studio-Theater im ersten Obergeschoss setzte auf Intimität. Mit blau-silberner Wandgestaltung und einer Deckenbeleuchtung, die einem Sternenhimmel glich, bot es ein elegantes Ambiente, das 1974 nochmals renoviert wurde, um den Komfort für die Besucher durch eine großzügigere Bestuhlung zu erhöhen.

Der Schicksalstag 1976

In den 1950er Jahren wuchs der Komplex weiter; das Hotel „Stadt Gladbach“ wurde um einen achtstöckigen Turm ergänzt und bot nun Platz für bis zu 90 Gäste. Doch die glanzvollen Zeiten bekamen Risse: 1973 mussten das Hotel und mehrere Kinos wegen baulicher Mängel vorübergehend schließen.

Die Katastrophe folgte im Januar 1976. Ein verheerendes Feuer brach im Gebäudekomplex aus. Über 50 Feuerwehrleute kämpften sich unter Atemschutz durch das verwinkelte, verqualmte Gebäude, während abgerissene Kinoplakate durch die Luft wirbelten. Der Sachschaden belief sich auf über eine Million Mark. Während die Kinos „Lichtburg“, „Union“ und „Palette“ den Flammen zum Opfer fielen, blieb das „Bambi“ wie durch ein Wunder verschont und konnte den Betrieb fortsetzen.

Das Ende einer Ära

Trotz Plänen der Merkur-Filmtheater-Gesellschaft, die Ruinen zu renovieren, änderte sich der Fokus der Stadtplanung. Ende der 1970er Jahre reiften Pläne für eine völlig neue Nutzung des Standorts. 1985 folgte schließlich der Abriss der verbliebenen 50er-Jahre-Bauten. Damit wurde der Weg frei für das heutige Vitus-Center und ein neues Kapitel in der Geschichte des Bahnhofsvorplatzes aufgeschlagen.

Alle Kinos.com | Saal 1954 (Bildquelle: Filmblätter 25/55)

Quellen

Alle Kinos.com

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